Forschung und Publikationen

Das IKMW führt empirische Forschung im Kultur-, Medien- und Bildungsbereich durch. Das Forschungsspektrum reicht dabei von der Besucher- und Kulturnutzerforschung über Kulturmarktforschung in nationalen und internationalen Kontexten bis hin zu Machbarkeitsstudien für Projekte und kulturelle Infrastruktur, Branchenstudien und Potenzialanalysen sowie Forschung zu Medienentwicklung / Medienkulturen. Dazu gehören insbesondere auch Studien an der Schnittstelle von Kultur, Technologie, Organisationsentwicklung und kultureller Kommunikation/Vermittlung (s. TADE 21). Ausgewählte Studien werden regelmäßig publiziert.

Veröffentlichungen aus der Arbeit des IKMW

Klaus Siebenhaar im Interview mit Bettina Fraschke: „Kulturschaffende kennen ihre Zielgruppen nicht“ – Forscher übt Kritik. HNA, 08.04.2026. (Artikel online verfügbar hier!)

Klaus Siebenhaar bezieht mit Rüdiger Mass Stellung im Artikel von Farina Kremer: AfD flutet soziale Medien – andere Parteien schauen zu. Rheinische Post, rp-online, 29.03.2026 (Artikel online verfügbar hier!)

Achim Müller, Klaus Siebenhaar: Kulturelle Bildung mit langem Atem. In: Rückblick Ausblick. Leitfaden zur deutsch-polnischen Kulturvermittlung. Frankfurt (Oder), 2025 (Die Broschüre zum Download finden sie hier!)

Klaus Siebenhaar: Finanzielle Probleme der Berliner Kulturszene: Selbstbestimmt sparen beginnt in den Häusern. Tagesspiegel, 29.05.2025 (Hier geht es zum Artikel.)

Klaus Siebenhaar: Auftrag Publikum. Geschichte. Gegenwart. Zukunft. 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Berlin 2025

Klaus Siebenhaar: TV-Duell Höcke gegen Voigt: Medienexperte sieht eine „klaren Sieger nach Punkten“. Interview auf Welt.de. 2024.

Achim Müller, Klaus Siebenhaar: Stadt – Theater – Publikum. Publikums- und Bevölkerungsstudie 2023 Niedersächsische Staatstheater Hannover. Berlin 2023.
(Inhaltsverzeichnis zum Download: Stadt-Theater-Publikum_Content)

Klaus Siebenhaar, Achim Müller (Hrsg.): Timehouse: Where are we NOW?. Booklet zur Ausstellung im Löwenpalais Berlin. Berlin 2023.

Klaus Siebenhaar, Achim Müller: Real time Extended reality Applications and Languages to Innovate creative industries‘ Narratives – Impact Study and Policy Recommendations. Berlin 2022.
(Inhaltsverzeichnis zum Download: Real-In_Impact Study_Content)

Klaus Siebenhaar: Schlesinger-Affäre: So schafft man sich selbst ab. Berliner Morgenpost online, aktualisiert 15.08.2022.

Klaus Siebenhaar: Cosmos Beuys. Art – World View – documenta. Berlin 2022.

Klaus Siebenhaar: Traum von der Teilhabe. Was Kulturinstitutionen zur Erhöhung ihrer
Reichweite leisten können – und was nicht. In: Museumsjournal, Ausgabe 3/22.

Klaus Siebenhaar: documenta. Die Geschichte der Weltkunstausstellung. Berlin 2022.

Klaus Siebenhaar: Kosmos Beuys. Kunst – Weltbild – documenta. Peking/Berlin 2021.

Achim Müller, Klaus Siebenhaar: Kassel, seine städtischen Museen und ihr Publikum. Eine vergleichende Besucherstudie, Berlin 2020.

Klaus Siebenhaar, Achim Müller: Unternehmerische Kulturförderung in Deutschland, Berlin 2019.

Klaus Siebenhaar, Achim Müller: Opernsänger mit Zukunft! Karriereaussichten für Nachwuchssänger im deutschen Kulturbetrieb – Analysen, Erfahrungen, Empfehlungen, Gütersloh 2019.
(Inhaltsverzeichnis zum Download: Opernsaenger mit Zukunft_Content)

Gunnar Bender, Ralf Herbrich, Klaus Siebenhaar (Hrsg.): Mit Optimismus in die Zukunft sehen. Künstliche Intelligenz – Chancen und Rahmenbedingungen. Berlin 2018.

Klaus Siebenhaar, Achim Müller: Bildung für die Praxis. Studiengänge für die Berliner Musikwirtschaft, Berlin 2018.

Achim Müller, Klaus Siebenhaar: European Theatre and the Public. Development, Orientations and Evidence, Berlin 2016.

Klaus Siebenhaar: Auftrag Publikum. Der Hochkulturbetrieb zwischen Audience Development und Ereignisästhetik, Berlin 2015.

Ein Schiff wird kommen.

Interreligiöses Projekt des „Jüdischen Kulturschiffs MS Goldberg“ evaluiert

Im zweiten Halbjahr 2025 hatte das IKMW die Gelegenheit, eine außergewöhnliche Kulturinstitution bei einem ebenso besonderen Vorhaben zu begleiten: Für das „Jüdische Kulturschiff MS Goldberg“ erarbeitete das Institut für das Programm „Abrahams Familiengeschichten“ eine umfassende Evaluation mit Zukunftsszenarien und Empfehlungen.

Mit “Abrahams Familiengeschichten” verfolgte die MS Goldberg eine anspruchsvolle inhaltliche und gesellschaftliche Mission: Ausehend von ihrer Verankerung in der jüdischen Kulturszene standen neben jüdischen auch im Islam oder im Christentum verortete Künstler, Musiken, Themen auf der Bühne. Ziel war es, das Verbindende zwischen den Religionen und Kulturen für ein möglichst großes Publikum inhaltlich und emotional erfahrbar zu machen.

Der Ort selbst trägt erheblich zu dieser Mission bei. Die MS Goldberg umgibt als ehemaligen Binnenfrachter eine besondere Aura: ein Schiff ist per se ein Ort außerhalb des Alltags, trägt unterschiedlichste Personen und Kulturen mit sich. Sie ist niedrischwelliger als eine türenbewehrte Kulturinstitution und kann ihren Liegeplatz verändern, um an anderen Orten ein anderes Publikum zu erreichen. Zugleich jedoch verlangen die Liegeplatzwechsel, an jedem Ort das Publikum spezifisch anzusprochen und aufzubauen.

Wer auf die MS Goldberg kommt, ist mit den Aufführungen und der Besuchserfahrung voll und ganz zufrieden: Die Zufriedenheit der Besucherinnen und Besucher ist auf einem außerordentlich hohen Niveau. Besonders die gelungene Kombination aus Musik und Texten, die Möglichkeiten für Fragen, Diskussion und Austausch sowie der Fokus auf Alltagsgeschichten, Humor und verbindende Elemente zwischen den Religionen tragen maßgeblich zum Erfolg bei.

Gleichzeitig wurde eine Entwicklungsperspektive identifiziert: Für das bisher weniger vertretene jüngere Publikum sollten zukünftig im Sinne einer Plattformorganisation mit Partnern wie den Kunsthochschulen ein spezifische neue Produktionen und Formate entwickelt werden.

Auch in der Kommunikation zeigen sich klare Stärken und Potenziale. Derzeit kommt das Publikum in Berlin vor allem aus Spandau – dem aktuellen Liegeplatz – und den umliegenden Bezirken. Besonders wirksam sind persönliche Empfehlungen, spontanes Laufpublikum sowie der für eine junge Institution umfangreiche Newsletter-Verteiler. Zukünftig könnte eine stärkere „Plattformisierung“ der Kommunikation dazu beitragen, die Reichweite zu erhöhen: Durch die Zusammenarbeit mit Programmpartnern und Netzwerkakteuren lassen sich spezifische Zielgruppen gezielter ansprechen und neue Publikumssegmente erschließen.

Das Fazit der Evaluation fällt insgesamt sehr positiv aus: Die MS Goldberg hat die entscheidenden Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung bereits gestellt. Mit ihrem klaren Profil, der besonderen Spielstätte und der Offenheit für kooperative Strukturen verfügt sie über hervorragende Voraussetzungen, ihr Publikum nachhaltig  zu erweitern. So wird sie in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierungen noch stärker durch lebendige und positive Erfahrungen Vorurteil ab- und  Brücken zwischen Religionen und Kulturen aufbauen können.

Kulturelle Bildung in Zeiten knapper Kassen

Evaluation der Education-Projekte des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt (Oder)

Im Herbst 2025 hat das IKMW die Evaluation der jüngsten Reihe von Education-Projekten des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt (Oder) (BSOF) unter dem Titel „Spannungsfelder“ abgeschlossen. (Der Bericht des IKMW kann hier heruntergeladen werden.)

Die „Spannungsfelder“-Projekte waren in den letzten Monaten der Corona-Pandemie entstanden. Sie mussten unter einer doppelten Herausforderung realisiert werden: Die geringeren Mittel als bei den vorhergehenden Education-Projekten des BSOF und die großen, alle gesellschaftlichen Bereiche umfassende Unsicherheit im Zuge der Pandemie und ihrer Folgen.

Die gesellschaftliche Ungewissheit wurde denn auch inhaltlich-künstlerisch konsequent in den Fokus genommen: Jeder Durchlauf der „Spannungsfelder“-Reihe widmete sich einem Spannungsfelder zwischen scheinbar gegensätzlichen oder ambivalenten  Begriffen: „Musik und Technik“ (2020/21), „Orient meets Occident” (2021/22), “Recht und Gerechtigkeit” (2022/23), “Lüge und Wahrheit” (2024/25) und “Angst und Mut” (2024/25).

Rund um diese Begriffspaare wurde jeweils ein musikalisches Programm konzipiert und unter der Leitung von Howard Griffith und einer international erfahrenen Choreographin mit Schülerinnen von jeweils einer deutschen Schule in Frankfurt (Oder) und einer polnischen Schule aus der Partnerstadt Slubice interdisziplinäre Musik- und Performance-Vorstellungen erarbeitet und vor großem Publikum aufgeführt.

Wegen der geringeren Mittel nach dem Ende der Förderung der Education-Projekte des BSOF durch die Schweizer Drosos Stiftung im Jahr 2019 wurden die Projekte der „Spannungsfelder“-Reihe mit weniger Schülern und ohne die intensiven Proben an den Schulen über das Schuljahr hinweg realisiert.

Stärker war dafür der Aspekt der deutsch-polnischen Zusammenarbeit, Die Anzahl deutscher und polnischer Schüler hielt sich in den neuen Projekten ungefähr die Waage, so dass die erfolgreiche zwei- bis dreisprachige Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung für den Projekterfolg war. Es war folgerichtig, dass diese Projekte der grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der ländlichen deutsch-polnischen Grenzregion im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg gefördert wurde.

Auch angesichts der geringeren Mittel und der gewachsenen Herausforderungen war es der Anspruch des BSOF, weiterhin Projekte zu realisieren, die für die teilnehmenden Schüler prägende Erfahrungen stiften und damit gleichzeitig Modellcharakter für andere oder zukünftige Projekte haben. Die Evaluation des IKMW belegte, dass auch mit den begrenzteren Mitteln beeindruckende und wirksame Education-Projekte realisiert werden können: Die verkürzten Entwicklungs- und Probenzeiten führten zwar zu nachvollziehbar geringeren wahrgenommenen Freiräumen zum Ausprobieren und Entfalten neuer Fähigkeiten. Der Stolz auf das Erreichte bei den Schülern und die Resonanz im Kreis der Familien war jedoch auf vergleichbaren Niveau wie in den vorhergehenden Großprojekten.

Die angesprochenen Einschränkungen zeigen aber auch, dass gerade kleinere Projekte angesichts der geringeren Gruppengrößen und der eingeschränkten Entwicklungs- und Probezeiten umso sorgfältiger konzipiert, geplant und umgesetzt werden müssen.

Die vom vom IKMW herausgearbeiteten Erfolgsfaktoren lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Für die direkte Wirksamkeit bei den Schülern ist das Zusammenwirken der beiden alten Kulturtechniken des Spiels und des Fest ausschlaggebend. Die produktive Verbindung von künstlerischem Spiel und darstellendem, aufführendem Ereignis mündet in die Erfahrung von Freiheit und Selbstbestimmung. Im Einzelnen ist zu gewährleisten:

  • Der Beitrag der Schüler muss für die Schüler erkenn- und spürbar sein;
  • Schlüsselpositionen wie die musikalische und choreographische Leitung müssen mit charismatischen Identifikationspersonen besetzt sein.
  • Für zentrale Entwicklungsphasen sollten dritte Orte außerhalb der Schule oder der Kulturinstitution aufgesucht werden.
  • Partner der Schüler im künstlerischen Prozess sollten professionelle Künstler mit zugewandter, pädagogischer Haltung sein.
  • Im Rahmen sollte vollwertige Stücke und Stoffe auf ebenso vollwertigen Bühnen erarbeitet und aufgeführt werden.
  • Die mehrsprachige Zusammenarbeit sollte durch mehrsprachiges Personal bzw. Sprachmittler und durch spezifische Methoden der Gruppenbildung gestaltet werden.

Um dauerhaft Wirkung über einzelne Projekte hinaus zu entfalten, sollte das Zusammenspiel von Schule, Elternhaus, Orchester, Choreographen und Mittlerorganisationen als Bildungs-Ökosystem verstanden und gestaltet werden. Das bedeutet:

  • Der formale Bildungsraum Schule ist weiterhin der zentrale Wirkungsort. Die Beziehung zu Partnerschulen, die kontinuierliche Absprache mit Schulleitung und Lehrkräften sind unabdingbaren Grundlagenarbeit.
  • Kulturinstitutionen wirken als Inkubatoren und Akzeleratoren. Um als Plattform der immer neuen Projekte Kontinuität zu sichern, sollte kulturelle Bildung dauerhaft im Budget und Organisationsstruktur verankert werden.

Kulturell-mediale Bildung

Das IKMW entwickelt Kreativ-Formate und Projekte an der Schnittstelle von kulturell-medialer Bildung, Deutsch als Fremdsprache sowie Jugendaustausch und Integration. Über die bereits vielfach in nationalen und internationalen Projekten durchgeführten (analogen) Formate – wie dem DaF-Dokutheater und DaF-Tanztheater – hinaus, realisieren wir zielgruppenspezifische, ‚maßgefertigte‘ Projekte im Bereich des hybriden und digitalen Lernens.

Ein inhaltlich breit gefächertes Netzwerk aus Kulturmanagern, Kunst- und Medienschaffenden sowie Lehrkräften erarbeitet didaktische Materialien, Workshops für Lehrerinnen und Lehrer, Studierende, Schülerinnen und Schüler. Sie werden in Kooperation mit Partnerorganisationen (z.B. Goethe Institute , Stiftung Mercator, DTJB, PASCH) sowie schulischen und universitären Bildungseinrichtungen im In- und Ausland umgesetzt. Die wissenschaftliche Evaluation ist optional Bestandteil unserer Projekte.

Kulturprojekte

Kulturelle Produktionen – in eigener oder kooperativer Trägerschaft – gehören bereits zur Tradition des IKMW. Vor allem im Ausstellungsbereich, aber auch interdisziplinäre Projekte im Schwerpunktbereich Kultur und Stadtentwicklung verfügt das IKMW bereits über sein Vorgängerinstitut über jahrzehntelange Expertise. Dieses Erfahrungs- und Handlungswissen kommt nun auch in internationalen Kooperationen zum Tragen.

Zu den großen Ausstellungsprojekten gehören die „Mythos dokumenta“-Ausstellung im CAFA Art Museum und Peking (2017), „Arnold Bode und seine Erben“ in der New Gallery of Art in Shanghai (2018) sowie Ausstellungs- und Konferenzprojekte im Rahmen der Reihe „Budapest x Berlin“. Aktuell wird in der Residenz der Deutschen Botschaft in Peking die in Kooperation mit der Zeppelin Universität Friedrichshafen und dem documenta-Archiv entstandene Kabinettausstellung „Joseph Beuys und die documenta“ gezeigt.

IKMW expandiert

Triple B „Berlin-Beijing-Budapest“

Kunst- und kulturbasierte urbane Projekte stehen im Zentrum des „Triple B“-Unternehmens des IKMW in Berlin mit der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Beijing und der Stiftung 11_11 in Budapest, das sich in Zusammenarbeit mit studentischen Gruppen und Nachwuchskulturmanagern aus den drei Metropolen Praxisprojekten an der Schnittstelle von Distriktentwicklung, Ästhetischer Bildung, Nachbarschaftsentwicklung und „dritten Orten“ widmet. Klaus Siebenhaar als Distinguished Professor der CAFA und der neu ins Leitungsteam aufgenommene Mitbegründer der ungarischen Stiftung 11_11, Daniel Ongjert, übernehmen gemeinsam mit dem „Global Forum“ der CAFA die Entwicklung und Steuerung der vielfältigen Aktivitäten zwischen Ausstellungen, Raumforschung und strukturellen Praktiken für chinesische Studenten insbesondere in Budapest.

Das folgende Video gibt einen Eindruck von dem erfolgreichen deutsch-chinesisch-ungarischen Kollaborationsprojekt „Art Clinic“ in Budapest:

Die Zusammenarbeit beginnt nicht bei Null: die erfolgreichen größeren wie kleineren Ausstellungsprojekte in Berlin und Budapest („Art Clinic“, „Timehouse“, „Berlin-Beijing-Boheme“) lieferten wertvolle Erfahrungen und bekräftigten den Wunsch nach kontinuierlicher Kooperation, die vor allem auch die internationale akademische Nachwuchsentwicklung in den Mittelpunkt rückt.

Verstärkung

Daniel Ongjerth übernimmt “Internationale Projekte“

Daniel Ongjerth, Mitbegründer der Stiftung 11_11 in Budapest, verstärkt mit Beginn des Jahres 2026 das Leitungsteam des IKMW. Von Budapest aus steuert er internationale Projekte mit dem Schwerpunkt kulturelle Ökosysteme und Stadtentwicklung. Aufgrund seiner langjährigen Expertise im Bereich des kunst- und kulturbasierten „Community Building“ und erfolgreicher Projektkooperationen mit dem IKMW vor und während der Pandemie ist er von sofort an für das „Triple B“-Projekt mit der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking mitverantwortlich.

Ich – Du – Wir

Pilotprojekt für deutsch-türkische Jugendbegegnung in Freiburg

Ein ganz besonderes Pilotprojekt für interkulturellen Schüleraustausch wurde im Mai 2025 gemeinsam mit dem langjährigen Projektpartner Matthias Baumann (Pädagogische Hochschule Freiburg) sowie der neu gewonnenen Kulturprojektwerkstatt der Stadt Freiburg im Breisgau realisiert.

Im Zentrum der Begegnung stand das Motto “Ich – Du – Wir” – ein künstlerischer und pädagogischer Versuch, Jugendliche aus der Türkei und Deutschland in einen echten Austausch zu bringen, der weit über das Touristische hinausgeht.

Vom 25. Mai bis 1. Juni 2025 begab sich eine 26-köpfige Schüler- und Begleitlehrer-Gruppe aus Istanbul (Cekmeköy und Cağaloğlu) auf eine intensive und kreative Sprachreise nach Freiburg im Breisgau und somit ins Dreiländereck zwischen Frankreich, der Schweiz und Deutschland. Bereits am Ankunftstag wurde mit einer kreativen Aktion auf dem Place de la Réunion in Mulhouse der Grundstein für das Kreativ-Projekt gelegt. Danach folgte die erste Begegnung mit den deutschen Partnerschüler/Innen des Marie-Curie-Gymnasiums Kirchzarten – zunächst noch zaghaft, doch eine gemeinsame Stadtrallye durch Freiburg und eine spontane UNO-Runde vor dem Münster brachen das Eis. Aus anfänglicher Fremdheit entwickelte sich durch die gemeinsame kreative Arbeit in wenigen Tagen eine spürbare Gemeinschaft.

Der Schwarzwald bot die Bühne für weitere spannende Erlebnisse: Mit der Schauinslandbahn ging es auf den Gipfel, wo ein Picknick mit Weitblick und eine Erkundungstour ins Bergwerk nicht nur Eindrücke, sondern auch Vertrauen schufen. Ein weiterer Höhepunkt war der künstlerisch begleitete Stadtausflug nach Basel, bei dem Street-Art, Bewegung und Sprache zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis verschmolzen.

Den emotionalen Höhepunkt bildete die künstlerische Abschlusspräsentation, die im Rahmen von Workshops mit einer Freiburger Künstlerin, Matthias Baumann (Medien) und Stephan Reischl (Theater) entstand: Überlebensgroße Silhouetten der Schüler/Innen, Projektionen, ein Schwarzlichtgang wie im Bergwerk – und schließlich eine Performance, die Besucher/Innen wie Eltern tief berührte. „So eindrucksvoll und tiefgründig, was ihr gemeinsam in so kurzer Zeit geschaffen habt“, fasste ein Vater ergriffen zusammen.

Und auch das Bummeln, der Austausch und Spaß, etwa bei einer von den Eltern und Lehrer/Innen der Partnerschule in Kirchzarten organisierten Party mit deutschen Spezialitäten und türkischen Süßspeisen, sowie die Zeit mit den neu gewonnenen Freunden kamen nicht zu kurz. Der Abschied fiel entsprechend schwer – und viele Jugendliche möchten in Kontakt bleiben.

„Ich – Du – Wir) wird im 2026 fortgeführt – mit neuen Teilnehmer/Innen, aber mit derselben Idee: kulturelle Annäherung und kreative Sprachimpulse durch Theater, Kunst und eindrucksvolle Erlebnisse vor Ort.

Lehre und Weiterbildung

Das Kernteam des IKMW verfügt aus der Zeit des Vorgängerinstituts IKM über jahrzehntelange Lehr- und Weiterbildungserfahrung an deutschen wie internationalen Universitäten, Akademien und Hochschulen. Das disziplinäre Spektrum reicht von Geisteswissenschaften (Germanistik, Theaterwissenschaft), Kultur- und Kommunikationswissenschaften bis hin zu Kultur- und Medienmanagement.

Ein Schwerpunkt der Weiterbildungsangebote liegt im Bereich der Nachwuchsführungskräfteentwicklung in Deutschland und Asien, gemeinsam mit Partnern wie der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking und der National University of Mongolia in Ulan Bator.

Lehre an Hochschulen (Auswahl)

  • Freie Universität Berlin
  • Central Academy of Fine Arts Beijing
  • Popakademie Baden-Württemberg, Mannheim
  • Theaterakademie Shanghai
  • New York University

Boheme auf Wanderschaft

Seminar- und Ausstellungsprojekt Berlin-Beijing-Budapest erfolgreich abgeschlossen.

Das langfristige Seminar- und Ausstellungsprojekt zur europäischen Boheme und ihre zeitgenössischen subkulturellen Transformationen hat im Sommersemester 2024 an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften begonnen und wurde im Wintersemester 2024/25 an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking in modifizierter Form wieder aufgegriffen.

Studentische Projektteams in Berlin und Peking haben sich jeweils nach Ende der Seminare in einer Archiv- und Feldrecherche auf die Suche nach der Boheme von heute begeben.

Daraus ist ein Katalog höchst unterschiedlicher subkultureller Formationen entstanden, die zunächst in einer „Wunderkammer“, einem „Lab“, in der Galerie Friese als“Beijing-Berlin-Boheme“ im Frühjahr 2025 präsentiert wurden. Zugleich wurde damit eine hybride kuratorische Praxis erprobt, die chinesischen Projektteams waren via Zoom zugeschaltet, während die Berliner Arbeitsgruppe die Pop-Up-Ausstellung (3 Tage) eingerichtet hat. Die Galerie Friese hat diese temporäre experimentelle „Erweiterung“ als nachhaltigen Erfolg verbucht und eine weitere Zusammenarbeit in dieser Konstellation begrüßt.

Für die Budapester „Contemporary Art Fair” wurde ein verändertes kuratorisches Konzept mit der Budpester Galerie „11_11“ realisiert, das sich ganz auf die „Beijing-Boheme“ konzentrierte und das Pekinger Video-, Foto- und Textmaterial für einen klassischen Messestand neu aufbereitete. Der vom 15. bis 19. Oktober 2025 stattgefundene Kunstmessenauftritt erwies sich beim Budapester Publikum (mit großer chinesischer Community) im Bereich der Photogalerien als Überraschungserfolg mit vielen Nachfragen und Gespräch zu Thema und Entstehungszusammenhang. Damit wurde zugleich auch „postpandemisch“ die „Achse Berlin-Beijing-Budapest“ wiederbelebt.