Kulturprojekte

Kulturelle Produktionen – in eigener oder kooperativer Trägerschaft – gehören bereits zur Tradition des IKMW. Vor allem im Ausstellungsbereich, aber auch interdisziplinäre Projekte im Schwerpunktbereich Kultur und Stadtentwicklung verfügt das IKMW bereits über sein Vorgängerinstitut über jahrzehntelange Expertise. Dieses Erfahrungs- und Handlungswissen kommt nun auch in internationalen Kooperationen zum Tragen.

Zu den großen Ausstellungsprojekten gehören die „Mythos dokumenta“-Ausstellung im CAFA Art Museum und Peking (2017), „Arnold Bode und seine Erben“ in der New Gallery of Art in Shanghai (2018) sowie Ausstellungs- und Konferenzprojekte im Rahmen der Reihe „Budapest x Berlin“. Aktuell wird in der Residenz der Deutschen Botschaft in Peking die in Kooperation mit der Zeppelin Universität Friedrichshafen und dem documenta-Archiv entstandene Kabinettausstellung „Joseph Beuys und die documenta“ gezeigt.

Ausfegen/Sweeping up

Am 26. September 2021 wurde das Budapester Herbstkulturfestival mit der Hommage à Beuys „Ausfegen/Sweeping up“ eröffnet. Die Aktion und Ausstellung transponiert die Beuyssche Idee des rituell-gesellschaftspolitischen „Ausfegens“ in das Budapest von heute. Das von Daniel Ongjerth und seiner „Eleven Blokk Foundation“ und Klaus Siebenhaar vom IKMW produzierte Projekt bildete zugleich den Auftakt zur mehrjährigen Kooperation mit dem Budapester 2. Bezirk St. Margret, der „Eleven Blokk Foundation“ und dem IKMW zur modellhaften Weiterentwicklung des Distrikts mit wissenschaftlich-künstlerischen Methoden. Ausgehend von den Beuysschen Ideen des „Ausfegens“, „Ausstellens“ und der „Sozialen Plastik“, sollen unter Einschluss und Beteiligung der Bürger nachhaltige kulturelle Aktivitäten des „Community Building“ initiiert und implementiert werden.

Noch 2021 wird eine entsprechende Studie zum Bezirk vorgelegt werden, für 2022 sind umfangreiche kulturelle, mediale und künstlerische Projekte in Planung, die gemeinsam mit lokalen Partnern und Bürgern in einer Kooperation Berlin-Budapest verwirklicht werden. Ein Kooperationsvertrag zwischen IKMW, der Stiftung „Eleven Blokk“ und der Bezirksregierung wurde bereits abgeschlossen. Gleichzeitig ist eine eigenständige Niederlassung des IKMW in Budapest in Vorbereitung.

Ausstellungseröffnung „Joseph Beuys und die documenta“ in der Deutschen Botschaft in Peking

Am 3. September 2021 wurde vom deutschen Botschafter Prof. Dr. Jan Hecker die von Berlin aus in Kooperation mit dem documenta-Archiv Kassel und der Zeppelin Universität Friedrichshafen kuratierte Kabinett-Ausstellung „Joseph Beuys und die documenta“ in seiner Pekinger Residenz eröffnet. In einem Art-Talk sprachen und diskutierten aus Berlin live zugeschaltet Finanzsenator a. D. Hans Eichel und Kurator Klaus Siebenhaar über das „7000 Eichen“-Projekt, der Direktor der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking, Prof. Dr. Yu Ding, über Kassel, die documenta und China sowie sieben CAFA-Studentinnen über ihre Beuys-Images auf der Grundlage ihres „Cosmos-Beuys“-Seminards im Sommersemester 2021.

Neben zahlreichen Fotos, Dokumenten und Fernsehsequenzen in der Haupthalle der Residenz, die die Entwicklung des Beuysschen „Erweiterten Kunstbegriffs“ anhand seiner documenta-Auftritte 1964 bis 1982 und posthum 1987/1992 nachzeichnen und vermitteln, hat das studentische CAFA-Team des begleitend stattfindenden „Cosmos Beuys“-Seminars den Bibliotheksraum in eine eigenständige Ausstellungs-Montage transformiert. Über 80 geladene Gäste, u. a. chinesische Künstler, Kuratoren und Kunstprofessoren, zeigten sich von Idee, Konzeption und Umsetzung beeindruckt. Ein kleines Begleitbuch in deutscher und chinesischer Sprache bietet eine Einführung in Beuys‘ Kunst- und Weltbild.

Mit großer Bestürzung haben wir den völlig unerwarteten, plötzlichen Tod des neuen deutschen Botschafters Jan Hecker zwei Tage nach der Eröffnung zur Kenntnis nehmen müssen.

„Budapest x Berlin“-Projekt mit Neustart

Im September 2021 ist die 2018 begonnene Kulturprojekt-Reihe „Budapest x Berlin“, eine Kooperation des IKMW mit der Kulturstiftung Starke, Berlin, und der Eleven Blokk Art Foundation, Budapest, fortgesetzt worden. In Berlin wurde am 10. September im Löwenpalais der Kunststiftung Starke die Ausstellung „Menschen und Städte: Kim Corbusier“ eröffnet, und am 26. September folgt in Budapest als Hommage à Beuys die Aktion „Ausfegen 21“, mit der das neue Kultur- und Stadtentwicklungsprojekt St. Margret eröffnet wird. Sowohl die erstmals außerhalb Ungarns gezeigten Werke der mit 27 Jahren bereits verstorbenen Kim Corbusier als auch die „Ausfegen“-Aktion intensivieren die internationalen postpandemischen Kunstprojekte des IKMW.

monopol nimmt die Ausstellung zum Anlass für eine umfassende Würdigung von Kim Corbusier.

Klaus Siebenhaar diskutiert bei der Konferenz „Neo Budapest“ in Ungarn

Auf der Konferenz „Neo Budapest“, ausgerichtet von Night Mayor Budapest, diskutiert Klaus Siebenhaar am 28. September 2018 im Fészek Művész Klub in Budapest mit Experten aus Budapest, Berlin, London, Vilnius und Amsterdam über den Zusammenhang von Night-Time-Economy, Kreativwirtschaft und Stadtentwicklung. Aus dem internationalen Erfahrungsaustausch sollen Impulse für die dynamisch wachsende Budapester Kultur- und Kreativbranche entstehen.

Die Konferenz ist der zweite Teil eine Kooperation zwischen Berlin, u. a. vertreten durch das IKMW und Budapest, u. a. vertreten durch Night Mayor Budapest. Bereits am 30. August wurde im Rahmen dieser Kooperation die Ausstellung „Dreams come from the past, not from the future“ bei der Stiftung Starke im Löwenpalais, Berlin eröffnet.

Dreams come from the past, not from the future

Ausstellung in der Stiftung Starke zeigte junge ungarische Kunst als ersten Teil eines Brückenschlags zwischen Berlin und Budapest.

Gemeinsam mit Dániel Ongjerth von der Eleven Blokk Stiftung Budapest hat Klaus Siebenhaar mit der Ausstellung „Dreams come from the past, not from the future“ in der Stiftung Starke den ersten Teil einer dauerhaften Kooperation zwischen Berlin und Budapest realisiert.

Die von Flóra Gadó kuratierte Ausstellung zeigte vom 30. August bis zum 23. September 2018 junge ungarische Kunst, die sich in sehr unterschiedlichen Positionen und Formen mit dem Spannungsverhältnis von Tradition und Gegenwart auseinandersetzt. In den Träumen und Visionen von gestern wird ein tieferes Verständnis von Gegenwart und Zukunft gesucht – und damit Impulse für die beiden im Umbruch befindlichen europäischen Metropolen.

Als zweiter Teil der Kooperation fand am 27. September 2018 die mit dem Night Mayor Budapest organisierte internationale Konferenz „Neo Budapest“ in Budapest statt, in der Entwicklungsstrategien an der Schnittstelle zwischen Clubkultur, Kreativwirtschaft und Stadtgesellschaft austauscht wurden.

Ausstellung „Mythos documenta“ in China

Eröffnung der ersten großen Museumsausstellung zur Geschichte der documenta im CAFA Art Museum in Peking

Zum ersten Mal wurde in China in der eigens für ein chinesisches Publikum konzipierten Ausstellung „The Myth of documenta –  Arnold Bode and his Heirs“ die Geschichte der documenta präsentiert. In einer Kooperation zwischen dem CAFA Art Museum und dem Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin wurden auf 1.500 Quadratmetern anhand umfangreicher Materialien vor allem des documenta archivs die wesentlichen Entwicklungsetappen der weltweit bekannten Ausstellung nachgezeichnet. Die Schirmherrschaft übernahm das Auswärtige Amt mit Staatsminister Michael Roth.

Über 600 Exponate (u.a. Fotos, Filme, Zeitungen, Handschriften, Kunstwerke, Installationen, Montagen) veranschaulichen die unterschiedlichen kuratorischen Konzepte von Arnold Bode bis Carolyn Christov-Bakargiev. Die über 60-jährige Erfolgsgeschichte der documenta wird vom Gründungsmythos bis hin zu ihren künstlerischen Konflikten, Brüchen und Transformationen in den vier großen Kapiteln „Reconstruction“, „Transformation“, „Anything Goes“, „Global Discourse“ räumlich erlebbar gemacht. In einem Prolog erfährt der documenta-Erfinder Arnold Bode eine besondere Würdigung, und ein documenta-Lab widmet sich erstmalig den kunstvermittelnden Innovationen der Kasseler Weltausstellung zeitgenössischer Kunst.

Mit der Ausstellung, die in Peking vom 1. bis 31. März 2017 sowie in der New Gallery of Art in Shanghai vom 28. April bis 18. Juni 2017 gezeigt wurde, verbindet sich ein Kooperationsvertrag zwischen der documenta gGmbH und der Central Academy of Fine Arts (CAFA), der ein documenta Research Center und eine chinesische documenta-Website vorsieht.