Kulturprojekte

Kulturelle Produktionen – in eigener oder kooperativer Trägerschaft – gehören bereits zur Tradition des IKMW. Vor allem im Ausstellungsbereich, aber auch interdisziplinäre Projekte im Schwerpunktbereich Kultur und Stadtentwicklung verfügt das IKMW bereits über sein Vorgängerinstitut über jahrzehntelange Expertise. Dieses Erfahrungs- und Handlungswissen kommt nun auch in internationalen Kooperationen zum Tragen.

Zu den großen Ausstellungsprojekten gehören die „Mythos dokumenta“-Ausstellung im CAFA Art Museum und Peking (2017), „Arnold Bode und seine Erben“ in der New Gallery of Art in Shanghai (2018) sowie Ausstellungs- und Konferenzprojekte im Rahmen der Reihe „Budapest x Berlin“. Aktuell wird in der Residenz der Deutschen Botschaft in Peking die in Kooperation mit der Zeppelin Universität Friedrichshafen und dem documenta-Archiv entstandene Kabinettausstellung „Joseph Beuys und die documenta“ gezeigt.

„Suspended Self“ Abschlussausstellung der Gen Z – Triologie in Budapest

Die letzte Station auf dem Weg in die Seelenlandschaft der chinesischen Gen Z

Die Ausstellung „Suspended Self – Perspektiven auf die Generation Z zwischen psychologischen Landschaften und urbanem Code“ wurde am 29. Juni 2026 in Budapest, Ungarn, eröffnet. Es handelt sich um eine Rechercheausstellung, die auf dem Seminar „Moderne, Postmoderne und Gegenwart“ basiert, das Prof. Dr. Klaus Siebenhaar im Wintersemester 2025/26 an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking gehalten hat.

Aus der Perspektive iher Generation suchen Studenten und Studentinnen der CAFA Antworten auf ihre drängenden Fragen nach ihrer Identität, ihren Verhältniss zu Gesellschaft und Kunst.

Sie reflektieren über die Kluft zwischen Individuum und Gesellschaft, die Diskrepanz zwischen Idealen und Realität, die verschwimmenden Grenzen zwischen Virtuellem und Realem sowie über Verwirrung und Stagnation in der persönlichen Entwicklung inmitten einer rasanten gesellschaftlichen Entwicklung. Veraltete Lebensweisen funktionieren nicht mehr, doch die Zukunft bleibt ungewiss, und weder die Zeit noch die Gesellschaft liefern vorgefertigte Antworten. Die Generation Z bemüht sich, auf ihre eigene Weise den Dialog mit der Welt wiederherzustellen. Sie wendet sich nach innen, um ihre psychischen Landschaften zu erkunden und inmitten der Ungewissheit nach ihrem authentischen Selbst zu suchen. Gleichzeitig begeben sie sich in die Städte, um wieder greifbare Verbindungen zu den urbanen Räumen herzustellen.

Die Ausstellung präsentiert Kunstwerke chinesischer und ungarischer Künstler der Generation Z. Die Gan Z sucht nicht nur noch Antworten oder ihren individuellen Ausdrucksformen, sich will den Dialog, die Interaktion mit dem Publikum.

Der Veranstaltungsort befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der historischen Dreher-Brauerei in Kőbánya, 10 Bezirk in Budapest. Das Gelände, das mittlerweile als städtisches Kulturerbe anerkannt ist, wird von der 11_11 Foundation, dem Partner des „TripleB“-Projekts, in Zusammenarbeit mit der Bezirksverwaltung von Kőbánya zu Kunsträumen umgestaltet.

Der Empfang am Eröffnungstag stieß auf große und positive Resonanz. Besucher aller Altersgruppen nahmen an den Aktivitäten vor Ort teil.

„Suspended Self“ ist der Abschluss der Gen Z – Trilogie, die 2025 mit der Ausstellung „Beijing – Berlin – Boheme“ begonnen hat.

Weitere Informationen:
Ausstellungsbroschüre
Public Education Handbook_From Avatar to Reality — A Gen Z Self-Portrait Handbook

Die chinesische Generation Z: Underground-Rockkultur & “Academic” Bars

Eine Entdeckungsreise in die Welt der chinesischen Rockkultur heute

Im Sommersemester 2024/25 führten Studenten und Studentinnen der Generation Z an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking unter der wissenschaftlichen Leitung und Betreuung von Prof. Dr. Klaus Siebenhaar eine Reihe von Recherchen durch und entwickelten daraus eine experimentelle Ausstellungsformat mit dem Titel „A DAY IN THE LIFE – Träume einer chinesischen DJane der Generation Z“. Experimentell, Methodisch experimentell war das Verfahren, weil dokumentarisches Material in eine autobiographische Erzählung eingebaut wurde.

Die Ausstellung wurde im Sommer 2026 als Pop-up-Ausstellung (2 Tage) in der Galerie Friese präsentiert. Sie ist nach der Ausstellung „Beijing-Berlin-Boheme“ ein weiteres Gemeinschaftsprojekt der Galerie Friese, des IKMW und der CAFA.

Originalplakate, Fotos, Fashion und umfangreiche Videos beleuchten eine im Westen kaum wahrgenommene chinesische Jugend- und Musikkultur zwischen Underground und Mainstream. Westliche und asiatische Ästhetiken (Psychedelic, K-Pop) sind ebenso deutlich zu erkennen wie ganz eigenständige, genuine chinesische Formen und Trends wie die „Academic Bars“ oder Vintage- Rock- Läden. Diese Rechercheausstellung gleicht einer Entdeckungsreise in den Lifestyle, die Selbst- inszenierungen, Träume und auch Alpträume einer Generation, die zum ersten Mal ein globales Phänomen darstellt.

IKMW expandiert

Triple B „Berlin-Beijing-Budapest“

Kunst- und kulturbasierte urbane Projekte stehen im Zentrum des „Triple B“-Unternehmens des IKMW in Berlin mit der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Beijing und der Stiftung 11_11 in Budapest, das sich in Zusammenarbeit mit studentischen Gruppen und Nachwuchskulturmanagern aus den drei Metropolen Praxisprojekten an der Schnittstelle von Distriktentwicklung, Ästhetischer Bildung, Nachbarschaftsentwicklung und „dritten Orten“ widmet. Klaus Siebenhaar als Distinguished Professor der CAFA und der neu ins Leitungsteam aufgenommene Mitbegründer der ungarischen Stiftung 11_11, Daniel Ongjert, übernehmen gemeinsam mit dem „Global Forum“ der CAFA die Entwicklung und Steuerung der vielfältigen Aktivitäten zwischen Ausstellungen, Raumforschung und strukturellen Praktiken für chinesische Studenten insbesondere in Budapest.

Das folgende Video gibt einen Eindruck von dem erfolgreichen deutsch-chinesisch-ungarischen Kollaborationsprojekt „Art Clinic“ in Budapest:

Die Zusammenarbeit beginnt nicht bei Null: die erfolgreichen größeren wie kleineren Ausstellungsprojekte in Berlin und Budapest („Art Clinic“, „Timehouse“, „Berlin-Beijing-Boheme“) lieferten wertvolle Erfahrungen und bekräftigten den Wunsch nach kontinuierlicher Kooperation, die vor allem auch die internationale akademische Nachwuchsentwicklung in den Mittelpunkt rückt.

Verstärkung

Daniel Ongjerth übernimmt “Internationale Projekte“

Daniel Ongjerth, Mitbegründer der Stiftung 11_11 in Budapest, verstärkt mit Beginn des Jahres 2026 das Leitungsteam des IKMW. Von Budapest aus steuert er internationale Projekte mit dem Schwerpunkt kulturelle Ökosysteme und Stadtentwicklung. Aufgrund seiner langjährigen Expertise im Bereich des kunst- und kulturbasierten „Community Building“ und erfolgreicher Projektkooperationen mit dem IKMW vor und während der Pandemie ist er von sofort an für das „Triple B“-Projekt mit der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking mitverantwortlich.

Boheme auf Wanderschaft

Seminar- und Ausstellungsprojekt Berlin-Beijing-Budapest erfolgreich abgeschlossen.

Das langfristige Seminar- und Ausstellungsprojekt zur europäischen Boheme und ihre zeitgenössischen subkulturellen Transformationen hat im Sommersemester 2024 an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften begonnen und wurde im Wintersemester 2024/25 an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking in modifizierter Form wieder aufgegriffen.

Studentische Projektteams in Berlin und Peking haben sich jeweils nach Ende der Seminare in einer Archiv- und Feldrecherche auf die Suche nach der Boheme von heute begeben.

Daraus ist ein Katalog höchst unterschiedlicher subkultureller Formationen entstanden, die zunächst in einer „Wunderkammer“, einem „Lab“, in der Galerie Friese als“Beijing-Berlin-Boheme“ im Frühjahr 2025 präsentiert wurden. Zugleich wurde damit eine hybride kuratorische Praxis erprobt, die chinesischen Projektteams waren via Zoom zugeschaltet, während die Berliner Arbeitsgruppe die Pop-Up-Ausstellung (3 Tage) eingerichtet hat. Die Galerie Friese hat diese temporäre experimentelle „Erweiterung“ als nachhaltigen Erfolg verbucht und eine weitere Zusammenarbeit in dieser Konstellation begrüßt.

Für die Budapester „Contemporary Art Fair” wurde ein verändertes kuratorisches Konzept mit der Budpester Galerie „11_11“ realisiert, das sich ganz auf die „Beijing-Boheme“ konzentrierte und das Pekinger Video-, Foto- und Textmaterial für einen klassischen Messestand neu aufbereitete. Der vom 15. bis 19. Oktober 2025 stattgefundene Kunstmessenauftritt erwies sich beim Budapester Publikum (mit großer chinesischer Community) im Bereich der Photogalerien als Überraschungserfolg mit vielen Nachfragen und Gespräch zu Thema und Entstehungszusammenhang. Damit wurde zugleich auch „postpandemisch“ die „Achse Berlin-Beijing-Budapest“ wiederbelebt.

Made in Remscheid

Neue Gemeinschaft stiften in einem lebendigen lokalen Kultur-Ökosystem

Achim Müller gestaltet am Teo Otto Theater in Remscheid das Projekt „Made in Remscheid“ mit. Gefördert im Rahmen des Programms „Spielzeit“ (LINK!!!) arbeitet er gemeinsam mit Sven Graf, dem künstlerischen Leiter des Teo Otto Theaters, und der  Öffentlichkeitsarbeit-Expertin Melanie Adriaan daran, das Gastspiel-Haus noch stärker als Mittelpunkt des städtischen Lebens in Remscheid zu verankern.

Kern des Projektes ist eine Programmlinie geformt aus Produktionen, die von lokalen Künstlern und Kulturinstitutionen geschaffen werden – so wie jüngsten die zweimal ausverkaufte orchestrale Aufführung des Kult-Musicals Jesus Christ Superstar, realisiert unter der Leitung des Kirchenmusikdirektors Christoph Spengler, gemeinsam mit den Bergischen Symphonikern, internationalen Musical-Solisten, einer dafür zusammengestellten Band und einem Chor mit über 300 Laien.

Die vielfältigen Produktionen werden unter einer übergreifenden Strategie geführt: Lokalem Kunstschöpfung durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit größere Reichweite, Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit verschaffen; in einem Ökosystem engagierter Programmpartner durch Netzwerkworkshops und Kooperationen Wir-Gefühl und Gestaltungsfreude stiften; und zu allen Made-in-Remscheid-Produktionen durch jeweils spezifische zusätzliche Veranstaltungsformate ein intensiviertes Besuchserlebnis schaffen geprägt von Nahbarkeit, Publikumsaktivierung und -partizipation.

Jüngstes erfolgreiches Beispiel war ein Gottesdienst im Teo Otto Theater, der am Sonntag nach den beiden Vorstellungen von Jesus Christ Superstar gemeinsam mit zwei Pastoren, einer Band, Video- und Audioeinspielungen von Szenen aus dem Musical ebenso wie Stimmen von Bürgern Remscheids. Angelehnt an Themen aus dem Musical wurde der Theatersaal transformiert für eine Andacht der besonderen Art.

Timehouse: Where are we NOW?

Chinesisch-deutsche Ausstellung im Löwenpalais, Berlin

Am 31, März 2023 wurde im Löwenpalais, Berlin ein gemeinsames Ausstellungsprojekt der Central Academy of Fine Arts (CAFA), Peking, der Kunstakademie Düsseldorf, der Freien Universität Berlin, des Instituts für Kultur und Medienwirtschaft (IKMW) Berlin und der Kunststiftung Starke, Berlin, eröffnet.

Für zwei Wochen verwandelt sich das Löwenpalais in ein „Zeithaus“, in dem sich ein studentisches „Curatorial Team“ der Central Adademy of Fine Arts (CAFA) aus Peking auf die Suche nach seiner Gegenwart begeben hat. In fünf Themenräumen („Transition“, „Underground“, „Crisis & Survival“, „Repair and Healing“, „Dreams“) spiegeln sich in den unterschiedlichen künstlerischen Positionen und Formaten von Video über Installation, Fotos, Poster bis hin zu Objektkunst Welt-Ansichten und Lebensgefühle der viel zitierten „Generation Z“.

Eingeladen wurden 48 zumeist junge Künstlerinnen und Künstler aus China, aber auch der internationale Nachwuchs der Düsseldorfer Kunstakademie. Diese Ausstellung ist sowohl in ihrer Entstehung als auch Realisation ein Experiment der besonderen Art in post-pandemischen Zeiten – „Distance Curating“ unter akademischer Anleitung und Betreuung über 10.000 km hinweg: Teams, Künstler und ein Ort, in dem man sich nie physisch begegnet ist, in dem sich nur das Team der Düsseldorfer Kunstakademie und die Hochschullehrer analog bewegt haben.

Zum ersten Mal wird in dieser deutsch-chinesischen Produktion das gesamte Löwenpalais von der Lounge über den Keller bis zu den drei traditionellen Ausstellungsräumen hin bespielt. Zur Ausstellung wird ein Booklet erscheinen,  das das „Making of“ der Ausstellung sowie die Künstlerliste enthält.

Die Ausstellung ist bis 15. April 2023 von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Adresse: Kunststiftung Starke, Löwenpalais; Königsallee 30-32; 14193 Berlin. https://stiftungstarke.de/

Einen lebendigen Eindruck von der Eröffnung der Ausstellung gibt eine Reportage im Youtube-Kanal der in Berlin lebenden Koreanerin Moon Suk:

 

 

 

Damit 50% nicht „das neue Ausverkauft“ bleiben

Audience Development-Workshop für den Deutschen Bühnenverein

Angesichts von Besuchszahlen, die bei weitem noch nicht das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht haben, und von bereits vor der Pandemie Besorgnis erregenden Trends hat das IKMW auf Einladung des Deutsche Bühnenvereins (DBV) auf dessen Jahreshauptversammlung am Oldenburgischen Staatstheater am 10. Juni 2022 einen Workshop zum Thema „Audience Development“ durchgeführt – es war der meistbesuchte Workshop des siebenteiligen Workshop-Programms.

In einer moderierten Bestandsaufnahme sammelte und strukturierte Achim Müller die ungeschönten Erfahrungen und Kenntnissen der teilnehmenden Häuser entlang von drei Fragestellungen: „Wer kommt, wen kennen wir? Wen vermissen wir, wen wünschen wir uns? Wie und wo wollen wir sie suchen, finden, motivieren und binden?

Dem Erfahrungswissen aus den Häusern stellten Achim Müller und Klaus Siebenhaar Forschungsergebnissen über Besucherzusammensetzung, -motivation, -verhalten und -entwicklung gegenüber.

Die Befunde waren ernüchternd, wenn auch wenig überraschend: deutliche Rückgänge von Besuchen, gerade auch unter ehemaligem Stammpublikum; teils ermutigende, teils ernüchternde Erfahrungen sowohl bei der Rückgewinnung früherer Besucher als auch beim Erschließen neuer Publika – und die schon von Bourdieu in den 1960ern formulierte Erkenntnis, dass der Kern von Audience Development tatsächlich pubikumsorientierte Programmpolitik – inklusive innovativer partizipativer Formate und neuer Spielorte – verbunden mit einer adäquaten, möglichst personalisierte Kommunikation bilden.

Bei diesen eindeutigen Ergebnissen war klar: Für die Zukunft braucht es weniger zusätzliche übergeordnete Forschungsprojekte, sondern einen auf konkrete Maßnahmen ausgerichteten Recherche-, Forschungs- und Entwicklungsprozess für zugleich kunstorientiertes und evidenzbasiertes Audience Development. Das IKMW ist in Gesprächen mit dem Deutschen Bühnenverein, mit ausgewählten Theatern ein entsprechendes Projekt auf den Weg zu bringen.

Beuys wandert in China

Ausstellungen nach Guangzhou auch in Chengdu und Shanghai erfolgreich

Für drei Monate werden die beiden Dokumentarausstellungen „Joseph Beuys und die documenta“ sowie „Kosmos Beuys: About Art and Life in 20th century Avantgarde“ in Guangzhou/Kanton einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich sein. Nach der Premiere in der Residenz der Deutschen Botschaft in Peking sind beide Ausstellungen unter dem Patronat des Generalkonsulat in einem privaten Kulturzentrum zu sehen.

Am 25. Februar 2022 wurde „Joseph Beuys und die documenta“ dann in der Urbancross Gallery in Shanghai eröffnet, um nach wenigen Tagen pandemiebedingt wieder schließen zu müssen. Nach der Aufhebung des Lockdowns wurde die Ausstellung noch bis Mitte Juli in Shanghai gezeigt.

Planmäßig konnte dagegen die Ausstellung „Cosmos Beuys“ vom 2. April bis 15. Mai 2022 im XLY MoMa Museum in Chengdu einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden.