Ausfegen/Sweeping up

Am 26. September 2021 wurde das Budapester Herbstkulturfestival mit der Hommage à Beuys „Ausfegen/Sweeping up“ eröffnet. Die Aktion und Ausstellung transponiert die Beuyssche Idee des rituell-gesellschaftspolitischen „Ausfegens“ in das Budapest von heute. Das von Daniel Ongjerth und seiner „Eleven Blokk Foundation“ und Klaus Siebenhaar vom IKMW produzierte Projekt bildete zugleich den Auftakt zur mehrjährigen Kooperation mit dem Budapester 2. Bezirk St. Margret, der „Eleven Blokk Foundation“ und dem IKMW zur modellhaften Weiterentwicklung des Distrikts mit wissenschaftlich-künstlerischen Methoden. Ausgehend von den Beuysschen Ideen des „Ausfegens“, „Ausstellens“ und der „Sozialen Plastik“, sollen unter Einschluss und Beteiligung der Bürger nachhaltige kulturelle Aktivitäten des „Community Building“ initiiert und implementiert werden.

Noch 2021 wird eine entsprechende Studie zum Bezirk vorgelegt werden, für 2022 sind umfangreiche kulturelle, mediale und künstlerische Projekte in Planung, die gemeinsam mit lokalen Partnern und Bürgern in einer Kooperation Berlin-Budapest verwirklicht werden. Ein Kooperationsvertrag zwischen IKMW, der Stiftung „Eleven Blokk“ und der Bezirksregierung wurde bereits abgeschlossen. Gleichzeitig ist eine eigenständige Niederlassung des IKMW in Budapest in Vorbereitung.

Ausstellungseröffnung „Joseph Beuys und die documenta“ in der Deutschen Botschaft in Peking

Am 3. September 2021 wurde vom deutschen Botschafter Prof. Dr. Jan Hecker die von Berlin aus in Kooperation mit dem documenta-Archiv Kassel und der Zeppelin Universität Friedrichshafen kuratierte Kabinett-Ausstellung „Joseph Beuys und die documenta“ in seiner Pekinger Residenz eröffnet. In einem Art-Talk sprachen und diskutierten aus Berlin live zugeschaltet Finanzsenator a. D. Hans Eichel und Kurator Klaus Siebenhaar über das „7000 Eichen“-Projekt, der Direktor der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking, Prof. Dr. Yu Ding, über Kassel, die documenta und China sowie sieben CAFA-Studentinnen über ihre Beuys-Images auf der Grundlage ihres „Cosmos-Beuys“-Seminars im Sommersemester 2021.

Neben zahlreichen Fotos, Dokumenten und Fernsehsequenzen in der Haupthalle der Residenz, die die Entwicklung des Beuysschen „Erweiterten Kunstbegriffs“ anhand seiner documenta-Auftritte 1964 bis 1982 und posthum 1987/1992 nachzeichnen und vermitteln, hat das studentische CAFA-Team des begleitend stattfindenden „Cosmos Beuys“-Seminars den Bibliotheksraum in eine eigenständige Ausstellungs-Montage transformiert. Über 80 geladene Gäste, u. a. chinesische Künstler, Kuratoren und Kunstprofessoren, zeigten sich von Idee, Konzeption und Umsetzung beeindruckt. Ein kleines Begleitbuch in deutscher und chinesischer Sprache bietet eine Einführung in Beuys‘ Kunst- und Weltbild.

Mit großer Bestürzung haben wir den völlig unerwarteten, plötzlichen Tod des neuen deutschen Botschafters Jan Hecker zwei Tage nach der Eröffnung zur Kenntnis nehmen müssen.

„Budapest x Berlin“-Projekt mit Neustart

Im September 2021 ist die 2018 begonnene Kulturprojekt-Reihe „Budapest x Berlin“, eine Kooperation des IKMW mit der Kulturstiftung Starke, Berlin, und der Eleven Blokk Art Foundation, Budapest, fortgesetzt worden. In Berlin wurde am 10. September im Löwenpalais der Kunststiftung Starke die Ausstellung „Menschen und Städte: Kim Corbusier“ eröffnet, und am 26. September folgt in Budapest als Hommage à Beuys die Aktion „Ausfegen 21“, mit der das neue Kultur- und Stadtentwicklungsprojekt St. Margret eröffnet wird. Sowohl die erstmals außerhalb Ungarns gezeigten Werke der mit 27 Jahren bereits verstorbenen Kim Corbusier als auch die „Ausfegen“-Aktion intensivieren die internationalen postpandemischen Kunstprojekte des IKMW.

monopol nimmt die Ausstellung zum Anlass für eine umfassende Würdigung von Kim Corbusier.

TADE 21

Interdisziplinäre Plattform des IKMW für Technology, Arts, Design, Education im 21. Jahrhundert

Das IKMW hat eine neue Forschungs-, Projekt- und Lehrplattform konzipiert: TADE 21 – Technology, Arts, Design, Education im 21. Jahrhundert. Hier wird in wissenschaftlichen Studien, forschungsbasierten Praxisformaten, Lehrmodulen und „Schools“ der wechselseitigen  Bedingtheit von Kunst- und digitaler Technologieentwicklung im Zusammenhang mit Organisationsentwicklung, Managementdesign sowie ästhetischer Erziehung und kultureller Kommunikation nachgegangen. Das IKMW wird dazu mit Universitäten, Hochschulen, Kulturinstitutionen und Stiftungen kooperieren. TADE 21 bildet den Auftakt zu einer strategischen Neuausrichtung des IKMW.

Hauptquartier Löwenpalais

Das IKMW hat gemeinsam mit dem B&S Siebenhaar Verlag+Medien im Löwenpalais im feinen Grunewald sein Hauptquartier aufgeschlagen. In Verbindung mit den großzügigen Lounge- und Ausstellungsräumen der Kunststiftung Starke bieten sich damit auch vielfältige Veranstaltungsmöglichkeiten und Kooperationen an.

Audience Development-Seminar an der Popakademie

Online-Seminar für zukünftige Musiker und Musik Business-Professionals

Während das öffentliche Leben langsam wieder möglich wird, hat Achim Müller am 31. Mai 2021 sein Seminar „Audience Development“ für den Studiengang „Kulturmanagement“ der Popakademie Baden-Württemberg in Mannhein noch einmal online abgehalten.

In dem eintägigen Intensivkurs wurden Basiskonzepte und wichtige Umsetzungsstrategien sowohl inhaltlich vermittelt als auch in Gruppenarbeit auf selbstgewählte Fallbeispiele angewendet – um auch mit digitalen Instrumenten möglichst gut auf die Herausforderungen in Bereich der Musikwirtschaft vorzubereiten.

Double Live – Veröffentlichung im Frühjahr 2022

Publikation aus Forschungsprojekt des IKMW zu Perspektiven eines digilogen Theaterbetriebs

Im Herbst 2022 werden die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Double Live“ bei B&S Siebenhaar Verlag+Medien veröffentlicht. Das Buch wird die Ergebnisse aus den 2020 geführten Interviews mit unterschiedlichen Akteuren des Theaterbetriebs im deutschsprachigen Raums zu den Auswirkungen und Bewältigungsstrategien in und nach der Corona-Pandemie zusammenführen, mit bestehende Studien und Daten ergänzenen und einer eingehenden Analyse unterziehen.

Besonderer Fokus liegt dabei auf Empfehlungen und Best-Practice-Beispielen für digiloge Strategien und Formate, die die ungebrochen relevante analoge Theaterpraxis mit digitalen wie hybriden Formen zeitgemäß und nachhaltig ergänzen – von Programm und Vermittlung über Kommunikation und Vertrieb bis hin zu Organisationsentwicklung, Kompetenzaufbau und notwendiger technischer Infrastruktur.

„Cosmos Beuys – About Art and Life in the 20th Century’s Avantgarde“

Online Performance Lecture an der Central Academy of Fine Arts, Beijing

Auch im Frühjahr 2021 hält Klaus Siebenhaar seine Lehrveranstaltung im Rahmen der Professur an der Central Academy of Fine Arts online ab. Anlässlich des 100. Jahrestages der Geburt von Joseph Beuys vermittelt das multimediale Live-Seminar vom 26. April bis 26. Mai 2021 zukünftigen chinesischen Kulturmanager die Bedeutung des großen Künstlers für Avantgarde und zeitgenössische Kunst im 20. Jahrhundert.

Digitaler Open Space-Prozess am Nationaltheater Mannheim

Deutschlandweit einzigartiger digitaler Organisationsentwicklungsprozess gestartet

Mit einem von Achim Müller moderierten digitalen Kick Off-Workshop ist am Nationaltheater Mannheim (NTM) am 21. Januar 2021 ein in der deutschen Kulturszene einzigartiger Organisationsentwicklungsprozess offiziell gestartet:

Im Rahmen des 360°-Programms der Kulturstiftung des Bundes wird am NTM unter Einbeziehung des gesamten Hauses ein diversitätsorientiertes Leitbild entwickelt. Achim Müller begleitet diesen Prozess in der Spielzeit 2020/21 mit einem Open Space-Prozess, in enger Zusammenarbeit mit der Diversitätsagentin des Hauses, Sophie Kara, und der bereits eingerichteten AG Diversität. Der Prozess wird eine Bestandsaufnahme und Spezifikation der Themenfelder, in denen das Leitbild Orientierungen geben und die zukünftige Arbeit am NTM prägen soll, liefern.

Wegen der anhaltenden Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie wird der Open Space-Prozess deutschlandweit erstmalig als Serie von zehn Online-Open Spaces gestaltet – mit kontinuierlicher Veröffentlichung der Teilergebnisse, um größtmögliche Transparenz und Teilhabe zu schaffen. Im Sommer 2021 werden die Ergebnisse sowohl analog als auch digital veröffentlicht werden – und den Ausgangspunkt für die Ausformulierung des Leitbilds und für die Umsetzungsplanungen bilden.

Western Modernity 2020 im Zeichen der Corona-Pandemie

Multimediales Online-Seminar an der Central Academy of Fine Arts, Peking

Auch im Oktober 2020 lehrt Klaus Siebenhaar im Rahmen seiner Professur an der Central Academy of Fine Arts. Gegenstand des Seminars für zukünftige chinesische Kulturmanager im aktuellen Seminar: „Western Modernity 2020“. In einer Zeit des Wettbewerbs um die beste Reaktion auf die Pandemie und die Bewältigung Ihrer Folgen führt das interaktive, multimediale Online-Seminar die chinesischen Studierenden trotz der fehlenden Reisemöglichkeiten durch eine intensive Auseinandersetzung mit den künstlerisch-kulturellen Entwicklungen, die unsere gemeinsame Gegenwart geprägt haben.